Zeiterfassung mit DATEV-Integration und Vorlage

Manuelle Zeitdatenübertragung an DATEV kostet Sie monatlich Stunden und erzeugt fehlerhafte Lohnabrechnungen. Nostradamus verbindet Dienstplanung, Zeiterfassung und DATEV-Export in einem System und reduziert den Aufwand um bis zu 80 %.

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KimRoeseler
Zeiterfassung
13 min. lesezeit

Das Thema kurz und kompakt

  • Manuelle Zeitdatenübertragung kostet Zeit und Geld: Ohne direkte Schnittstelle zwischen Zeiterfassung und DATEV entstehen monatlich Stunden an Mehrarbeit, Übertragungsfehler und fehlerhafte Lohnabrechnungen – mit realen finanziellen Folgen.
  • DATEV ist nicht gleich DATEV: Ob Ihr Steuerberater DATEV LODAS oder DATEV Lohn und Gehalt nutzt und ob Sie den ASCII-Export oder den Lohnimportdatenservice benötigen, entscheidet über den richtigen Integrationsweg.
  • Die Zeiterfassungspflicht gilt bereits jetzt: Seit dem BAG-Beschluss von September 2022 müssen alle Arbeitgeber in Deutschland die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten systematisch erfassen – eine digitale Lösung mit DATEV-Anbindung schafft dabei doppelte Sicherheit.
  • Von der Dienstplanung bis zur Lohnabrechnung in einem Fluss: Workforce-Management-Lösungen wie Nostradamus verbinden digitale Zeiterfassung, Dienstplanung und Lohnvorbereitung mit DATEV-Integration – und reduzieren so den administrativen Aufwand um bis zu 80 %.

Warum die DATEV-Integration bei der Zeiterfassung entscheidend ist

Der Status quo: Stundenzettel, Excel und manuelle Nacharbeit

Mehr als 14 Millionen Lohn- und Gehaltsabrechnungen werden jeden Monat mit DATEV-Software erstellt. DATEV dominiert mit über 90 % Marktanteil bei Steuerberatern und unterstützt insgesamt 2,8 Millionen Unternehmen. Die Software ist damit der De-facto-Standard für die Lohnabrechnung in Deutschland.

Doch wie gelangen die Arbeitszeitdaten überhaupt in die DATEV-Software? In vielen kleinen und mittleren Unternehmen sieht die Realität so aus:

  • Mitarbeiter füllen handschriftliche Stundenzettel aus oder tragen Zeiten in Excel-Listen ein
  • Führungskräfte sammeln die Zettel am Monatsende und prüfen sie manuell
  • Die Daten werden per E-Mail an den Steuerberater geschickt
  • Im Steuerbüro tippt jemand die Stunden, Zuschläge und Abwesenheiten manuell in DATEV ein
  • Bei Unklarheiten beginnen Rückfragen und Korrekturschleifen

Dieser Prozess ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch fehleranfällig. Jeder manuelle Übertragungsschritt ist eine potenzielle Fehlerquelle – und jeder Fehler wirkt sich direkt auf die Lohnabrechnung Ihrer Mitarbeiter aus.

Zeiterfassung DATEV Integration - Gegenüberstellung manuelle Prozesse und digitale Lösung

Was fehlerhafte Zeitdaten bei der Lohnabrechnung anrichten

Fehlerhafte oder unvollständige Zeitdaten wirken sich direkt auf Löhne, Überstunden, Zuschläge und rechtliche Risiken aus. Die häufigsten Fehlerkategorien bei manueller Übertragung sind:

  • Falsche Lohnarten-Zuordnung: Ein Nachtzuschlag wird als normaler Stundenlohn gebucht, ein Feiertagszuschlag fehlt komplett
  • Vergessene Pausen: Nicht dokumentierte Pausen führen zu überhöhten Arbeitszeitwerten – und damit zu falschen Lohnabrechnungen
  • Rundungsdifferenzen: Manuelle Umrechnung von Stunden und Minuten erzeugt systematische Abweichungen
  • Fehlende Abwesenheiten: Urlaubstage oder Krankheitstage werden nicht korrekt an DATEV übergeben

Die Konsequenzen reichen von unzufriedenen Mitarbeitern über Nachzahlungen bis hin zu Sozialversicherungsnachforderungen bei Betriebsprüfungen. Besonders in Branchen mit vielen Zuschlagsarten – etwa der Gastronomie mit Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschlägen – potenzieren sich die Fehlerrisiken.

Konkretes Rechenbeispiel: So viel kostet manuelle Übertragung wirklich

Betrachten Sie ein typisches Szenario: Ein Restaurant mit 25 Mitarbeitern (Mix aus Vollzeit, Teilzeit und Minijobs).

KostenfaktorOhne DATEV-IntegrationMit DATEV-Integration
Zeitaufwand Datenübertragung25 Mitarbeiter x 10 Min. = ca. 4 Stunden/MonatExport per Klick: ca. 15 Minuten/Monat
FehlerquoteCa. 5 % – rund 1-2 falsche Abrechnungen/MonatNahe 0 % durch Plausibilitätsprüfungen
Steuerberater-RückfragenCa. 1 Stunde/Monat ZusatzaufwandMinimal
Monatliche ErsparnisCa. 5 Stunden x 30 €/h = ca. 150 €/Monat

Diese 150 € monatliche Ersparnis sind konservativ gerechnet – ohne die Folgekosten falscher Abrechnungen (Nachzahlungen, Vertrauensverlust, Steuerberater-Mehraufwand). Bei größeren Betrieben oder komplexen Zuschlagsmodellen steigt die Ersparnis entsprechend.

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DATEV-Grundlagen: Was Sie vor der Integration wissen müssen

DATEV LODAS vs. DATEV Lohn und Gehalt – der entscheidende Unterschied

Bevor Sie sich für eine Zeiterfassungslösung mit DATEV-Schnittstelle entscheiden, müssen Sie eine grundlegende Frage klären: Welches DATEV-Lohnprogramm nutzt Ihr Steuerberater? Denn DATEV bietet zwei verschiedene Systeme für die Lohn- und Gehaltsabrechnung an, die sich in ihrer Architektur unterscheiden.

MerkmalDATEV LODASDATEV Lohn und Gehalt
VerarbeitungIm DATEV-Rechenzentrum (Cloud)Lokal auf dem Rechner (On-Premises)
AbrechnungserstellungZentral im DATEV-RechenzentrumLokal beim Steuerberater oder im Unternehmen
Typische NutzerSteuerkanzleien, die viele Mandanten betreuenGrößere Unternehmen mit eigener Lohnbuchhaltung
DatenimportASCII-Import und LohnimportdatenserviceASCII-Import und Lohnimportdatenservice

Die gute Nachricht: Beide Programme unterstützen dieselben Importwege. Dennoch sollten Sie vor der Einrichtung Ihrer Zeiterfassungssoftware mit dem Steuerberater klären, welches System im Einsatz ist – denn die Konfigurationsdetails können sich unterscheiden.

Was bedeutet „geprüfte DATEV-Schnittstelle“ wirklich?

Viele Zeiterfassungsanbieter werben damit, im DATEV-Marktplatz gelistet zu sein oder eine „geprüfte DATEV-Schnittstelle“ zu haben. Das klingt nach einem Rundum-Sorglos-Paket – ist es aber nicht.

Was DATEV tatsächlich prüft: DATEV prüft das fehlerfreie Einlesen der Export-Datei in die DATEV-Software. Das bedeutet: Die Datei lässt sich technisch importieren, ohne dass DATEV eine Fehlermeldung ausgibt.

Was DATEV ausdrücklich nicht prüft: Ob die im Hersteller-Produkt verarbeiteten Daten fachlich korrekt übergeben werden. Konkret heißt das: Wenn Ihre Zeiterfassungssoftware den Nachtzuschlag unter der falschen Lohnart exportiert, wird DATEV die Datei trotzdem akzeptieren – aber Ihre Lohnabrechnung ist fehlerhaft.

Die Konsequenz: Eine DATEV-Marktplatz-Listung ist ein gutes Qualitätssignal für die technische Kompatibilität. Die fachliche Korrektheit der übertragenen Daten liegt jedoch in Ihrer Verantwortung – und in der Qualität Ihrer Zeiterfassungssoftware.

ASCII-Export vs. Lohnimportdatenservice (API): Zwei Wege im Vergleich

Für die Datenübertragung von Ihrer Zeiterfassung zu DATEV gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Wege:

KriteriumASCII-Datei-ExportLohnimportdatenservice (REST-API)
FunktionsweiseManuelle Datei aus der Zeiterfassung herunterladen und in DATEV importierenAutomatische Übertragung über die DATEVconnect-online-Schnittstelle
AutomatisierungsgradHalbautomatisch (Export manuell, Import manuell)Vollautomatisch (ein Klick oder zeitgesteuert)
EinrichtungsaufwandGering – Standard-DateiformatHöher – API-Anbindung muss konfiguriert werden
FehleranfälligkeitMittel – manuelle Schritte bleibenGering – durchgängig digital
Geeignet fürKleinere Betriebe, einfache LohnstrukturenWachsende Betriebe, komplexe Zuschlagsmodelle
VoraussetzungDATEV LODAS oder Lohn und GehaltDATEV LODAS oder Lohn und Gehalt + DATEVconnect online

Für den Einstieg reicht der ASCII-Export in vielen Fällen aus. Sobald Ihr Betrieb wächst oder Sie viele verschiedene Zuschlagsarten abrechnen müssen, lohnt sich der Umstieg auf den Lohnimportdatenservice. Wichtig: Beide Wege basieren auf demselben ASCII-Format – der Lohnimportdatenservice automatisiert lediglich den Upload und Import.

So funktioniert die DATEV-Integration in der Praxis

Schritt 1: Klärung mit dem Steuerberater

Der wichtigste Schritt kommt vor jeder Software-Entscheidung. Klären Sie mit Ihrem Steuerberater folgende Punkte:

  • Welches DATEV-Programm ist im Einsatz? LODAS oder Lohn und Gehalt?
  • Wie lauten Beraternummer und Mandantennummer? Diese Identifikatoren brauchen Sie für die Konfiguration der Schnittstelle.
  • Welche Lohnarten werden verwendet? Lassen Sie sich eine vollständige Liste mit den DATEV-Lohnartnummern geben (Grundlohn, Überstunden 25 %/50 %, Nachtzuschlag, Sonntagszuschlag, Feiertagszuschlag etc.).
  • Welche Ausfallschlüssel gelten? Das sind die DATEV-Codes für Fehlzeiten wie Urlaub, Krankheit oder Feiertage.
  • Ist DATEVconnect online aktiviert? Falls Sie den Lohnimportdatenservice nutzen möchten, muss diese Plattform freigeschaltet sein.

Dieser Schritt wird von den meisten Unternehmen übersprungen – und ist dann die häufigste Ursache für Probleme bei der Einrichtung.

Schritt 2: Zeiterfassungssystem auswählen und einrichten

Bei der Auswahl einer Zeiterfassungslösung mit DATEV-Anbindung sollten Sie neben der reinen Schnittstellenkompatibilität auf folgende Kriterien achten:

  • Erfassungsmethoden: Unterstützt die Software App-basierte Erfassung, stationäre Terminals und Browser-Zugang?
  • Automatische Pausenberechnung: Werden Pausen gemäß Arbeitszeitgesetz automatisch berechnet?
  • Zuschlagsberechnung: Können Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge (SFN-Zuschläge) automatisch ermittelt werden?
  • Abwesenheitsverwaltung: Werden Urlaub, Krankheit und sonstige Abwesenheiten integriert verwaltet und im DATEV-Export berücksichtigt?
  • Freigabe-Workflow: Gibt es einen mehrstufigen Prüfprozess, bevor Daten exportiert werden?
  • Compliance: Überwacht das System automatisch Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten und Jugendarbeitsschutz?

Schritt 3: Lohnarten-Mapping und Ausfallschlüssel konfigurieren

Das Lohnarten-Mapping ist der fehleranfälligste Teil der gesamten Integration – und gleichzeitig der wichtigste. Hier ordnen Sie zu, welche Zeitkategorie in Ihrer Zeiterfassung welcher DATEV-Lohnart entspricht.

Typisches Beispiel für ein Gastronomiebetrieb:

Zeitkategorie in der ZeiterfassungDATEV-Lohnart (Beispiel)
Reguläre ArbeitszeitLohnart 200 (Gehalt) oder betriebsspezifisch
ÜberstundenLohnart für Überstundenvergütung
Nachtzuschlag (20:00-06:00)SFN-Zuschlag Nacht
SonntagszuschlagSFN-Zuschlag Sonntag
FeiertagszuschlagSFN-Zuschlag Feiertag
UrlaubAusfallschlüssel Urlaub
KrankheitAusfallschlüssel Krankheit

Die konkreten Lohnartnummern sind betriebsspezifisch und werden von Ihrem Steuerberater festgelegt. Stimmen Sie das Mapping gemeinsam ab, bevor Sie die Schnittstelle produktiv nutzen.

Schritt 4: Testlauf durchführen – bevor es live geht

Führen Sie vor dem Live-Betrieb unbedingt einen Testlauf durch. Exportieren Sie die Zeitdaten eines abgeschlossenen Monats und lassen Sie Ihren Steuerberater den Import in DATEV prüfen. Achten Sie dabei auf:

  • Werden alle Mitarbeiter korrekt zugeordnet (Personalnummern)?
  • Stimmen die Arbeitsstunden mit den tatsächlich geleisteten Zeiten überein?
  • Sind Zuschläge korrekt berechnet und den richtigen Lohnarten zugewiesen?
  • Werden Abwesenheiten mit den richtigen Ausfallschlüsseln übertragen?
  • Stimmen die Kostenstellen-Zuordnungen (falls relevant)?

Ein sorgfältiger Testlauf spart Ihnen Wochen an Korrekturarbeit im laufenden Betrieb.

Schritt 5: Freigabe-Workflow einführen

Nur freigegebene Zeiten sollten an DATEV übergeben werden. Ein bewährter Freigabe-Workflow sieht so aus:

  • Mitarbeiter: Erfasst Arbeitszeiten und prüft die eigenen Einträge
  • Teamleiter/Schichtleiter: Prüft und gibt die Zeiten des Teams frei
  • Lohnverantwortlicher: Führt eine finale Plausibilitätsprüfung durch und löst den DATEV-Export aus

Dieser dreistufige Prozess stellt sicher, dass Ihr Steuerberater ausschließlich geprüfte und freigegebene Daten erhält. Korrekturschleifen nach dem Export werden damit zur Ausnahme statt zur Regel.

Schritt 6: Laufender Betrieb – Export und Übergabe an DATEV

Im laufenden Betrieb reduziert sich der monatliche Prozess auf wenige Schritte: Zeitdaten prüfen, freigeben, exportieren. Je nach Integrationsweg geschieht der Export per Datei-Download (ASCII) oder automatisch über den Lohnimportdatenservice. Ihr Steuerberater importiert die Daten in DATEV und erstellt die Lohnabrechnung – ohne manuelles Abtippen, ohne Rückfragen, ohne Korrekturschleifen.

Nahtlose Integration von Zeiterfassung und DATEV über Schnittstellen

Checkliste: Das müssen Sie vor der DATEV-Integration klären

Die folgende Checkliste fasst alle Punkte zusammen, die Sie vor der Einrichtung einer DATEV-Schnittstelle klären sollten:

  • DATEV-Programm identifizieren: Nutzt Ihr Steuerberater DATEV LODAS oder DATEV Lohn und Gehalt?
  • Beraternummer und Mandantennummer: Beide Nummern beim Steuerberater erfragen
  • Lohnarten-Liste erstellen: Alle genutzten Lohnarten mit DATEV-Nummern dokumentieren
  • Ausfallschlüssel festlegen: Codes für Urlaub, Krankheit, Feiertag, sonstige Abwesenheiten
  • Kostenstellen definieren: Falls Arbeitszeiten nach Abteilungen oder Standorten aufgeteilt werden
  • Übertragungsweg wählen: ASCII-Export oder Lohnimportdatenservice?
  • DATEVconnect online prüfen: Falls API gewünscht – ist die Plattform beim Steuerberater aktiviert?
  • Personalnummern abgleichen: Stimmen die Nummern in der Zeiterfassung mit denen in DATEV überein?
  • Freigabe-Workflow definieren: Wer prüft und gibt Zeitdaten frei, bevor sie exportiert werden?
  • Testlauf planen: Termin mit dem Steuerberater für den ersten Probe-Import vereinbaren

Zeiterfassungspflicht: Warum Sie jetzt handeln sollten

EuGH-Urteil, BAG-Beschluss und die aktuelle Gesetzeslage

Die Pflicht zur systematischen Arbeitszeiterfassung ist keine Zukunftsmusik – sie gilt bereits seit September 2022. Die rechtliche Grundlage bilden zwei wegweisende Entscheidungen:

  • EuGH-Urteil vom 14. Mai 2019 (Rs. C-55/18): Der Europäische Gerichtshof entschied, dass Arbeitgeber verlässliche Systeme zur Erfassung der täglichen Arbeitszeit einführen müssen.
  • BAG-Beschluss vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21): Das Bundesarbeitsgericht konkretisierte: Arbeitgeber in Deutschland müssen die gesamte Arbeitszeit ihrer Beschäftigten aufzeichnen – Beginn, Ende und Dauer einschließlich Überstunden und Pausen. Diese Pflicht gilt sofort und ohne Übergangsfrist.

Die Pflicht betrifft alle Arbeitgeber und alle Arbeitnehmer in Deutschland, unabhängig von der Unternehmensgröße. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 30.000 €.

Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD (April 2025) sieht vor, die Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung unbürokratisch umzusetzen. Für kleine und mittlere Unternehmen sollen angemessene Übergangsfristen gelten. Ein konkretes Gesetz steht zum Stand März 2026 noch aus – doch die Richtung ist eindeutig: Elektronische Zeiterfassung wird zum verbindlichen Standard.

Arbeitszeitgesetz und Compliance bei der Zeiterfassung mit DATEV-Integration

Warum die DATEV-Anbindung kein Muss, aber der klügste Weg ist

Eine DATEV-Schnittstelle ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die Arbeitszeiterfassung ist Pflicht – wie die Daten in die Lohnabrechnung gelangen, bleibt Ihnen überlassen. Theoretisch können Sie weiterhin Stundenzettel sammeln und Ihrem Steuerberater per E-Mail schicken.

Praktisch spricht jedoch alles für eine direkte Integration:

  • Rechtssicherheit: Ein digitales System mit automatischer Pausenberechnung und Überstunden-Tracking dokumentiert Arbeitszeiten lückenlos und revisionssicher im Sinne der GoBD
  • Effizienz: Die direkte Datenübertragung eliminiert manuelle Zwischenschritte und die damit verbundenen Fehlerquellen
  • Compliance: Automatische Überwachung von Höchstarbeitszeiten (ArbZG), Ruhezeiten und Jugendarbeitsschutz (JArbSchG) schützt vor Verstößen
  • Nachweispflicht: Insbesondere in Branchen nach § 2a SchwarzArbG (u.a. Gastgewerbe) gelten besondere Aufzeichnungspflichten nach § 17 MiLoG

Für wen lohnt sich die DATEV-integrierte Zeiterfassung besonders?

Gastronomie und Hotellerie: Zuschläge, Minijobs, Schichtarbeit

In kaum einer Branche ist die Lohnabrechnung so komplex wie in der Gastronomie und Hotellerie. Personalkosten machen hier oft 30-40 % des Umsatzes aus – jeder Abrechnungsfehler schlägt direkt auf die Marge durch.

Typische Herausforderungen:

  • Hoher Anteil an Teilzeitkräften, Minijobbern und Studierenden mit unterschiedlichen Abrechnungsmodellen
  • Stark schwankende Arbeitszeiten durch saisonale Peaks und wechselnde Auslastung
  • Mehrere Zuschlagsarten gleichzeitig: Ein Mitarbeiter arbeitet am Sonntagabend – es fallen sowohl Sonntags- als auch Nachtzuschlag an
  • Besondere Aufzeichnungspflichten nach Mindestlohngesetz (§ 17 MiLoG)

Gerade hier zahlt sich eine durchgängige Lösung aus, die von der Dienstplanung über die Zeiterfassung bis zum DATEV-Export alles abdeckt. So werden Zuschläge automatisch aus den tatsächlich geleisteten Schichtzeiten berechnet und korrekt den DATEV-Lohnarten zugeordnet.

Einzelhandel: Flexible Arbeitszeiten und Teilzeitkräfte

Im Einzelhandel dominieren flexible Arbeitszeitmodelle mit vielen Teilzeitkräften. Die Herausforderung liegt in der korrekten Erfassung wechselnder Schichten, Samstagsarbeit und – je nach Bundesland – Sonntagsöffnungszeiten. Eine Zeiterfassung mit DATEV-Schnittstelle stellt sicher, dass Zuschläge für Samstags- und Sonntagsarbeit automatisch berechnet und korrekt exportiert werden.

Produktion, Lagerhaltung und weitere Branchen

In der Produktion und Lagerhaltung kommen häufig Drei-Schicht-Modelle mit rotierenden Schichtplänen zum Einsatz. Die exakte Minutenabrechnung bei Nachtschichtzuschlägen und die Zuordnung zu Kostenstellen sind hier zentrale Anforderungen an den DATEV-Export. Auch in den Bereichen Sport und Freizeit sowie bei Theater- und Musikveranstaltungen – wo oft mit projektbezogenen Einsätzen und wechselnden Teams gearbeitet wird – vereinfacht eine digitale Zeiterfassung mit DATEV-Anbindung die Lohnvorbereitung erheblich.

Wie Nostradamus die DATEV-Anbindung löst

Von der Dienstplanung über die Zeiterfassung direkt zu DATEV

Während die meisten Zeiterfassungsanbieter nur den Ausschnitt „Stempeln und Exportieren“ abdecken, bildet Nostradamus den gesamten Prozess ab: von der Personalplanung und KI-gestützten Bedarfsprognosen über die digitale Zeiterfassung bis zur fertigen Lohnvorbereitung mit DATEV-Integration.

Konkret bedeutet das:

  • Digitale Zeiterfassung: Mitarbeiter stempeln per Mitarbeiter-App (Smartphone/Tablet) oder am stationären Zeiterfassungssystem mit PIN oder Chip – ein Klick zum Starten und Beenden
  • Automatische Pausenberechnung und Überstunden-Tracking: Das System erkennt Abweichungen und berechnet Pausen gemäß den gesetzlichen Vorgaben
  • Abwesenheitsverwaltung: Urlaub, Krankheit und sonstige Abwesenheiten werden digital verwaltet und automatisch in der Lohnvorbereitung berücksichtigt
  • DATEV-Integration: Alle lohnrelevanten Daten werden für den Export an DATEV LODAS oder DATEV Lohn und Gehalt aufbereitet – keine doppelte Dateneingabe, keine manuellen Zwischenschritte
  • Automatische Compliance: Das System überwacht Arbeitszeitgesetz, Ruhezeiten, Höchstarbeitszeiten und Jugendarbeitsschutz und warnt bei Verstößen

Nostradamus ist seit 2008 aktiv, Marktführer in den Niederlanden mit über 2.700 Standorten und wird von Unternehmen wie Van der Valk, Burger King und Corendon Hotels eingesetzt. Die Implementierung erfolgt in unter einer Woche, der ROI zeigt sich typischerweise innerhalb von 2-3 Monaten – bei Preisen ab 3 € pro Mitarbeiter und Monat.

Nostradamus Workforce Management - von der Personalplanung über Zeiterfassung zur DATEV-Integration

Fazit: DATEV-Integration als Schlüssel zur effizienten Lohnvorbereitung

Die Verbindung zwischen Zeiterfassung und DATEV ist kein technisches Luxusproblem – sie ist eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Jeder manuelle Übertragungsschritt kostet Zeit, erzeugt Fehler und birgt rechtliche Risiken. Gleichzeitig gilt die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung bereits heute für alle Arbeitgeber in Deutschland.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Klären Sie zuerst mit Ihrem Steuerberater, welches DATEV-Programm im Einsatz ist und welche Lohnarten Sie benötigen
  • Wählen Sie eine Zeiterfassungslösung, die beide Übertragungswege (ASCII-Export und Lohnimportdatenservice) unterstützt – so bleiben Sie flexibel
  • Investieren Sie Zeit in einen sauberen Testlauf und ein korrektes Lohnarten-Mapping – das spart Ihnen Monate an Korrekturarbeit
  • Denken Sie den Prozess ganzheitlich: Von der Dienstplanung über die Zeiterfassung bis zum DATEV-Export sollte alles ineinandergreifen

Wenn Sie eine Lösung suchen, die Dienstplanung, Zeiterfassung, Urlaubsverwaltung und DATEV-Lohnvorbereitung in einem System vereint, lohnt sich ein Blick auf Nostradamus. Erfahren Sie mehr über die Integrationsmöglichkeiten oder vereinbaren Sie eine kostenlose Demo.

Häufig gestellte Fragen

Was genau ist eine DATEV-Schnittstelle bei der Zeiterfassung?

Eine DATEV-Schnittstelle ermöglicht die direkte Übertragung von erfassten Arbeitszeiten, Pausen, Überstunden, Zuschlägen und Abwesenheiten aus einem Zeiterfassungssystem in die DATEV-Lohnabrechnungssoftware (LODAS oder Lohn und Gehalt). Dadurch entfällt die manuelle Dateneingabe, Übertragungsfehler werden minimiert und die Lohnabrechnung beschleunigt.

Wie finde ich heraus, welches DATEV-Programm mein Steuerberater nutzt?

Fragen Sie Ihren Steuerberater direkt, ob er DATEV LODAS oder DATEV Lohn und Gehalt einsetzt. Bitten Sie gleichzeitig um Ihre Beraternummer und Mandantennummer – diese benötigen Sie für die Einrichtung der Schnittstelle. Die meisten Steuerkanzleien können Ihnen diese Informationen innerhalb weniger Minuten geben.

Brauche ich den ASCII-Export oder den Lohnimportdatenservice?

Der ASCII-Export ist der einfachere Weg: Sie laden eine Datei aus Ihrer Zeiterfassung herunter und importieren sie in DATEV. Der Lohnimportdatenservice (REST-API) automatisiert diesen Vorgang vollständig über DATEVconnect online. Für kleinere Betriebe mit einfacher Lohnstruktur reicht der ASCII-Export. Bei wachsender Mitarbeiterzahl oder komplexen Zuschlagsmodellen empfiehlt sich der Lohnimportdatenservice.

Ist eine DATEV-Schnittstelle gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Erfassung der Arbeitszeit (Beginn, Ende, Dauer einschließlich Pausen und Überstunden). Wie die Daten in die Lohnabrechnung gelangen, ist nicht reguliert. Eine DATEV-Schnittstelle ist jedoch der effizienteste Weg, um die erfassten Zeitdaten fehlerfrei in die Lohnabrechnung zu überführen – insbesondere, wenn Ihr Steuerberater mit DATEV arbeitet.

Wie lange dauert die Einrichtung einer DATEV-Integration?

Die technische Einrichtung der Schnittstelle dauert in der Regel wenige Stunden. Der zeitaufwändigere Teil ist die Vorbereitung: Lohnarten-Mapping erstellen, Ausfallschlüssel konfigurieren und einen Testlauf mit dem Steuerberater durchführen. Planen Sie insgesamt ein bis zwei Wochen ein – inklusive Abstimmung mit dem Steuerberater und Testphase.

Was passiert, wenn die Lohnarten falsch zugeordnet sind?

Falsch zugeordnete Lohnarten führen zu fehlerhaften Lohnabrechnungen – auch wenn der DATEV-Import technisch fehlerfrei durchläuft. DATEV prüft nur das technische Einlesen der Datei, nicht die fachliche Korrektheit der Daten. Typische Folgen sind falsche Zuschlagsberechnungen, fehlerhafte Steuer- und Sozialversicherungsabzüge und Nachzahlungsforderungen. Deshalb ist ein sorgfältiger Testlauf vor dem Live-Betrieb unverzichtbar.

Können auch Minijobber und Teilzeitkräfte erfasst werden?

Ja – und gerade für Minijobber ist eine lückenlose Zeiterfassung besonders wichtig. Das Mindestlohngesetz (§ 17 MiLoG) schreibt für geringfügig Beschäftigte und für Branchen nach § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (darunter das Gastgewerbe) besondere Aufzeichnungspflichten vor. Eine digitale Zeiterfassung mit DATEV-Anbindung stellt sicher, dass diese Pflichten automatisch erfüllt werden.

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